cultiVent Mais-Anbauplaner

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1. Hofdüngereinsatz im Mais

  • Mais ist sehr „gülleverträglich“
  • verlustmindernde / bodenschonende Technik anwenden
  • Wirtschaftsdünger zu Mais nur im Frühjahr ausbringen
  • vor der Saat: flach einarbeiten, nicht unterpflügen
  • nach der Saat: bodennahe Ausbringung zwischen die Reihen

Hofdünger sind je nach Herkunft sehr unterschiedlich in ihrer Nährstoffzusammensetzung. Deshalb bedarf es einer Analyse der Inhaltsstoffe!

1. geeignete Böden

Für den Landwirt stellt der Boden den wichtigsten Produktionsfaktor dar. Diesen zu erhalten ist gleichzusetzen mit der Wirtschaftlichkeit des Betriebes.

  • Boden = wichtigster Produktionsfaktor
  • Mais = wärmeliebende, tropische Kultur
  • rasche Bodenerwärmung im Frühjahr nötig
    • rasche Keimung
    • hoher Feldaufgang
    • rasche Jugendentwicklung

 



  • der optimale Boden ist ...
    • locker
    • verdichtungsfrei
    • krümelig
  • Rückverfestigung nach Aussaat beachten.
  • verdichtete, staunasse Böden behindern die Bodenerwärmung. Diese sind für den Maisanbau wenig geeignet.

2. Bodenbearbeitung

Das vergleichsweise eher grobe Maiskorn bevorzugt ein grobes Saatbett. Zur Überprüfung eignet sich der Fünflibertest.

Vorteile des Pflugs:

  • Einarbeitung der Erntereste
  • phythosanitäre Effekte
  • Bekämpfung von Schaderregern
  • Unterbrechung der "grüne Brücke"


Nachteile des Pflugs:

  • Auswirkung auf Zusammensetzung des Bodens
  • Anzahl der Bodenlebewesen
  • erhöhte Erosionsgefahr
  • hohe Durchführungskosten

Physiologische Anforderungen in den unterschiedlichen Wachstumsstadien:

  • Keimung: Bodentemperatur 8 - 10 °C
  • Jugendentwicklung: Bodentemperatur > 10 °C

Auswirkungen ungünstiger Temperaturverläufe:

  • Jugendentwicklung: mehrere Tage < 10 °C führen zu chlorotischer Blattverfärbung
  • Spätfröste: längere Fröste unter -3 °C führen zum Abfrieren
  • Frühfröste: im Herbst unter -2 °C (wenige Stunden) vorzeitiges Beenden der Kornabreife

3. Nährstoffbedarf

Um einen hohen Ertrag zu generieren ist die Maispflanze auf eine gute Nährstoffversorgung angewiesen.

KulturReferenzertrag [dt/ha]Düngungsnorm [kg/ha]
NP2O5K2OMg
Körnermais95 (FS)1109522025
Silomais175
(28 - 32% TS)
1109522025
Grünmais60
(28 - 32% TS)
704016010

Quelle: Agridea 2010

  • Mais hat aufgrund seiner langsamen Jugendentwicklung einen spät einsetzenden Nährstoffbedarf (vgl. folgende Abb.), der Gesamtentzug ist jedoch beträchtlich und stark vom Ertrag abhängig.
    • Zu frühe Düngung erhöht das Auswaschungsrisiko
    • Zu hohe Düngungsintensität führt zu Reifeverzögerung
  • Zur Förderung des Wurzelwachstums kann eine gezielte Unterfussdüngung sinnvoll sein.
  • Die Düngung sollte in drei Gaben aufgeteilt werden. Die 3. Gabe sollte spätestens im 8-Blattstadium getätigt werden. Link zum pdf „Düngungsnorm von Agridea“
  • ausserdem gilt es zu beachten:
    • ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen
    • Ergebnisse der Bodenuntersuchung

1. Aussaatzeitpunkt

Saatzeit: warme, gut abgetrocknete, tragfähige Böden, Bodentemperatur 8-10°C (in normalen Jahren ab Mitte April bis Mitte Mai)

2. Ablagetiefe

Die Ablagetiefe sollte so gewählt werden, dass das Saatgut in den feuchten Bodenhorizont gelegt wird. Der kapillare Wasseranschluss muss in jedem Fall gewährleistet sein. Nur dann kann das zur Quellung notwendige Wasser aufgenommen werden und ein hoher Feldaufgang erreicht werden.

3. Unterfussdüngung

Die Unterfußdüngung ermöglicht die Bereitstellung schnell pflanzenverfügbarer Nährstoffe in direkter räumlicher Nähe zur jungen Maispflanze. Dadurch wird die Gefahr von Mangelsituationen im Frühjahr reduziert, die Entwicklung der Pflanze erfolgt in der Regel ungehindert.

Folgende Gesichtspunkte sind bei der Unterfußdüngung zu beachten:

  • der Düngebedarf nimmt mit steigender Bodenversorgung ab.
  • auf leichten, humusarmen Sandböden ist der Bedarf wegen des schlechteren Nährstofftransformationsvermögens tendenziell höher als bei Böden mit höheren Tongehalten.
  • für eine gute Verfügbarkeit des Bodenphosphates ist es wichtig, dass die Bodenstruktur und der pH-Wert in Ordnung sind.
  • eine gewisse N-Gabe über den Unterfußdünger ist sinnvoll, um besonders in regenreichen Frühjahren die N-Versorgung der jungen Maispflanzen zu sichern. In der Regel reichen 15 bis 30 kg/ha N. Dieser Stickstoff ist bei der Kalkulation des N-Düngebedarfes zu berücksichtigen.
  • N muss in Form von Ammonium vorliegen.
  • kein Chlorid in die Unterfußdüngung. Gefahr von Salzschäden, geringe kurzfristige Verfügbarkeit der Nährstoffe.

4. Wahl des Reihenabstandes

Die Einzelkornsaat mit einem Reihenabstand von 75 cm ist in Deutschland Standard und hat sich über Jahre etabliert. Nichtsdestotrotz werden sowohl die Einzelkornsaat als auch die Reihenabstände immer wieder hinterfragt.

Einzelkornsaat: die Verringerung des Reihenabstandes von 75cm (Standard) auf 45cm oder 37,5cm bietet verschiedene Vorteile, birgt jedoch auch verschiedene Nachteile.

Vorteile:

  • schnellerer Reihenschluss
  • geringere Erosionsgefahr
  • Verringerung der Verdunstung
  • gleichmäßigere räumliche Nährstoffaufnahme

Nachteile:

  • höhere Investitionskosten
  • höherer Verschleiß
  • höhere Bestellkosten (ca. 20 %)
  • schlechtere Belichtung für Kolben und Blätter
  • Nutzungsänderung von Silo- zu Körnermais schwierig

 

5. Bestandesdichte

Die Anzahl der Pflanzen pro Flächeneinheit ist eine der entscheidenden Steuerungsmöglichkeiten, das genetische Potenzial einer Sorte unter den gegebenen spezifischen Standortbedingungen auszuschöpfen.

  • die optimale Anzahl (6-12 Pflanzen pro m²) ist abhängig vom Standort und der angebauten Sorte.
  • die Wahl der Bestandesdichte sollte anhand der langjährigen Standortbedingungen getroffen werden.

6. Kontrolle der Aussaatstärke und der Bestandesdichte

Aussaatstärke bzw. Bestandesdichte werden durch Auszählen der abgelegten Körner oder aufgelaufenen Pflanzen bestimmt. Die Aussaatstärke sollte bereits während der Aussaat kontrolliert werden, um etwaige Fehler sofort korrigieren zu können. Die tatsächliche Bestandesdichte kann erst nach dem Auflaufen der Pflanzen durch ein Auszählen der jungen Maispflanzen festgestellt werden.

Der schnelle Weg zur Ermittlung der Bestandesdichte

Um die Bestandesdichte zu ermitteln werden auf einer Zählstrecke von 1,33 m die aufgelaufenen Pflanzen ausgezählt. Diese Prozedur sollte in mindestens fünf verschiedenen Reihen wiederholt werden, bevor der Mittelwert dieser Zählungen ermittelt wird.

Dieser Mittelwert gibt die Anzahl der Körner bzw. Pflanzen/m² an. Bei einem Reihenabstand von 75 cm entspricht die Zahl der Körner bzw. der Pflanzen auf 1,33 m in der Reihe der Anzahl der Körner bzw. Pflanzen/m² (0,75 cm x 1,33 m = 1 m²). Allerdings birgt diese Methode eine gewisse Ungenauigkeit in sich, da sich ein Rundungsfehler einschleicht. Das Ergebnis stellt aber einen sehr guten, schnell ermittelbaren Anhaltswert dar.

Um diese Kontrolle für sie komfortabel zu gestalten hat KWS eine Smartphone-App entwickelt. Informationen zu diesem Programm finden sie hier.